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Unternehmensgruppe Stadtentwicklung

Erstes DGNB-Gold-Quartier in Hessen: "Aus den fünfziger Jahren in die Zukunft katapultiert"

Die Frankfurter Adolf-Miersch-Siedlung der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte l Wohnstadt wurde als erstes Quartier in Hessen mit dem DGNB-Zertifikat in Gold für Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

Frankfurt am Main – Wie man aus einer schlichten Nachkriegssiedlung ein klimafreundliches Vorreiterprojekt macht, zeigt die Adolf-Miersch-Siedlung in Frankfurt-Niederrad. Seit 2015 hat die Nassauische Heimstätte in der Adolf-Miersch-Straße und der Melibocusstraße 180 Wohneinheiten modernisiert und umgebaut. 25 Wohnungen wurden als Kopfbauten im Passivhaus-Standard im Neubau ergänzt. Heute leben die Mieterinnen und Mieter in modernen und energieeffizienten Gebäuden und einem ansprechenden Wohnumfeld. Insgesamt hat der Konzern 26 Millionen Euro investiert. Im März 2019 erfolgte die Gold-Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Zur offiziellen Übergabe der Zertifikats-Plakette kamen am Dienstag, 15. Oktober 2019, Gäste aus der Stadt- und Landespolitik ins Quartier.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann sagte: "Frankfurt handelt: Bei neuen Baumaßnahmen wird eine Gesamtklimabilanz aufgestellt und neue Wohn- und Gewerbegebiete unter klimagerechten Zielen entwickelt. Soziale Stadt und klimagerechte Stadt denken wir zusammen. Darum werden wir das Heizkraftwerk West von Steinkohle auf klimaverträglicheres Erdgas bis Mitte 2020 umstellen und unsere VGF wird in Zukunft mit Ökostrom betrieben. Es ist gut, dass wir bei der Entwicklung hin zu einer klimagerechten Stadt die Nassauische Heimstätte an unserer Seite haben." Oberbürgermeister Feldmann nannte die Zertifizierung einen wichtigen Impuls für die Stadt: "Wir sind stolz, dass das erste hessische Wohnquartier mit DGNB-Gold in Frankfurt liegt. Hier wurde ein sozial durchmischtes Quartier mit preiswertem Wohnraum aus den fünfziger Jahren in die Zukunft katapultiert."

"Ob die Energiewende gelingt, entscheidet sich auch in den heimischen vier Wänden", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Jens Deutschendorf. "Über ein Viertel des hessischen Endenergieverbrauchs wenden wir für das Heizen unserer Wohnungen und die Warmwassererzeugung auf. Das lässt sich mit heutigen Mitteln drastisch reduzieren, und die Nassauische Heimstätte nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein." Deutschendorf wies darauf hin, dass sich das Unternehmen gegenüber dem Land verpflichtet hat, seinen gesamten Bestand bis 2050 klimaneutral zu machen, ohne die Mieter dabei über Gebühr zu belasten: "Eine vergleichbare Vereinbarung ist uns in Deutschland nicht bekannt, Hessen setzt damit bundesweit Maßstäbe."

Monika Fontaine-Kretschmer, Geschäftsführerin der Nassauischen Heimstätte, hob hervor: "Mit der Zertifizierung der Adolf-Miersch-Siedlung haben wir so viel eigenes Know-how aufgebaut, dass wir diese Herangehensweise zukünftig bei jeder unserer Quartiersentwicklungen umsetzen werden. Elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir zu DGNB-Consultants, drei zu Auditoren ausbilden lassen, um so unserem hohen Anspruch an die Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen. Wichtig war uns vor allem, dass mit der Adolf-Miersch-Siedlung zum ersten Mal in Deutschland ein Quartier für bezahlbares Wohnen und kein hochpreisiges Immobilienportfolio dem Kriterienkatalog der DGNB unterzogen wurde – und diesen Test haben wir mit Bravour bestanden." Auch zukünftig wolle das Unternehmen ausgewählte Quartiere nach dem DGNB-Standard zertifizieren lassen. Zum Beispiel das Schönhof-Viertel in Frankfurt, das die Nassauische Heimstätte zurzeit entwickle, teilte Fontaine-Kretschmer mit.

Mehr als nur energieeffizientes Bauen

Bei der Umgestaltung der Adolf-Miersch-Siedlung ging es der Nassauischen Heimstätte nicht nur um eine energieeffiziente Bauweise. Auch die Qualität des öffentlichen Raums, das ausgewogene Verhältnis von freien und versiegelten Flächen sowie die Vielfalt der sozialen Aspekte im Viertel wurden berücksichtigt. So wurde beispielsweise das Urban-Gardening-Projekt "Essbare Siedlung" umgesetzt und Kräutergärten, Beete und Sträucher für die Mieter angelegt. Im Projekt "Cubity" testen zwölf Studierende innovative, energieeffiziente Wohnkonzepte. Dazu wurde eine 250 Quadratmeter große Halle, konzipiert von der TU Darmstadt, aus nachwachsenden Rohstoffen und mit einer Polycarbonat-Fassade aufgebaut. Nach dem Haus-im-Haus-Prinzip sind darin sechs zweigeschossige Wohn-Module angeordnet. Zudem wurden in der Siedlung Alltagshilfen für ältere Bewohnerinnen und Bewohner und günstige Carsharing-Angebote eingeführt. Als sichtbares Zeichen gegen Rassismus und für Integration ist ein riesiges Wandbild des ehemaligen Eintracht Frankfurt-Spielers Anthony Yeboah an einer Hausfassade weithin sichtbar.

DGNB achtet auf ganzheitliche Ökobilanz

Die Bewertung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) basiert nicht nur auf ökologischen Aspekten, sondern auf einer ganzheitlichen Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes oder Stadtquartiers. Die Prüfkriterien umfassen zahlreiche ökonomische, ökologische, soziokulturelle und technische Punkte sowie Prozessqualitäten. Im Vorfeld der Zertifizierung der Adolf-Miersch-Siedlung waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nassauischen Heimstätte zu DGNB-Consultants ausgebildet worden. Sie wiesen zunächst die Erfüllung der DGNB-Kriterien nach, bevor diese durch einen DGNB-unabhängigen Auditor überprüft wurden.

 

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit 95 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 730 Mitarbeiter. Mit rund 58.000 Mietwohnungen in 128 Städten und Gemeinden gehört sie zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Das Regionalcenter Frankfurt bewirtschaftet rund 19.800 Wohnungen, darunter 16.000 direkt in Frankfurt. Unter der Marke „ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadtentwicklungsaufgaben durchzuführen. Bis 2023 sind Investitionen von rund 1,9 Milliarden Euro in Neubau von Wohnungen und den Bestand geplant. 4.900 zusätzliche Wohnungen sollen so in den nächsten fünf Jahren entstehen.