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NHW hält Kurs: Investitionen in Wohnungsbau und Klimaschutz auf hohem Niveau

NHW hält Kurs im Wohnungsbau. Foto: NHW
NHW hält Kurs im Wohnungsbau. Foto: NHW

Konzern erzielt 32,8 Millionen Euro Jahresüberschuss – 792 Wohnungen fertiggestellt – Modernisierungsoffensive zeigt Wirkung – Mehr als 120 Millionen Euro Aufträge für hessische Unternehmen – Förderpolitik bleibt zentrale Herausforderung.

Wiesbaden - Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) hat das Geschäftsjahr 2025 trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erfolgreich abgeschlossen. Mit einem Konzernjahresüberschuss von 32,8 Millionen Euro, einem weiter gewachsenen Wohnungsbestand und hohen Investitionen in Neubau, Modernisierung und Klimaschutz setzt das Unternehmen seinen Kurs konsequent fort. Die NHW schafft dringend benötigten Wohnraum, beschleunigt die Dekarbonisierung ihres Bestandes und stärkt mit umfangreichen Auftragsvergaben die regionale Wirtschaft. Im Rahmen ihrer Bilanzpressekonferenz haben die Geschäftsführung der NHW und Staatsminister und stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Nassauischen Heimstätte heute die Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 präsentiert.

„Die Nassauische Heimstätte hat auch im vergangenen Jahr bewiesen: bezahlbar Wohnen ist auch in den hessischen Metropolen möglich. Mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 7,13 Euro pro Quadratmeter, über 4.200 neuen Wohnungen seit 2020, davon rund 1.500 gefördert, ist die NH eine stabile Säule unserer Wohnungspolitik. Die Nassauische Heimstätte gibt tausenden Familien, Alleinerziehenden und Menschen mit normalem Einkommen ein bezahlbares Zuhause und damit Sicherheit im Alltag. 

Gleichzeitig schafft die NHW mit ihren Investitionen Arbeit und Perspektiven: Über 120 Millionen Euro an Aufträgen, überwiegend für hessische Handwerks- und Mittelstandsbetriebe, bedeuten volle Auftragsbücher, Ausbildungsplätze und sichere Einkommen. Das ist sozialer Wohnungsbau im besten Sinne: Er hilft den Mieterinnen und Mietern – und er stärkt die Wirtschaft in unserer Region“, so Kaweh Mansoori.

Solide wirtschaftliche Basis in herausfordernden Zeiten

Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 3,56 Milliarden Euro, während die Eigenkapitalquote mit 35,8 Prozent weiterhin auf einem stabilen Niveau liegt. Der Wohnungsbestand wuchs auf 61.556 Wohnungen an 112 Standorten in Hessen. Gleichzeitig blieb die Drei-Monats-Leerstandsquote mit 1,6 Prozent ebenso niedrig wie die Fluktuationsquote von 4,8 Prozent. Dr. Thomas Hain, Leitender Geschäftsführer der NHW: „Die Zahlen zeigen, dass wir auch unter schwierigen Rahmenbedingungen wirtschaftlich stabil aufgestellt sind. Das ermöglicht uns, langfristig zu investieren und unserem gesellschaftlichen Auftrag nachzukommen: bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen, Quartiere zu entwickeln und die energetische Transformation unserer Bestände voranzutreiben.“

Förderpolitik bleibt Unsicherheitsfaktor

Große Herausforderungen ergaben sich im vergangenen Jahr durch Änderungen bei den Förderprogrammen des Bundes. Ende 2025 wurde die NHW überraschend darüber informiert, künftig von Förderprogrammen für energetische Modernisierungen und Neubauprojekte ausgeschlossen zu sein.

Für den Neubau hat sich die Situation inzwischen gelöst. Deutlich kritischer bewertet das Unternehmen die Situation bei der Modernisierungsförderung. Hier stehen bis 2030 Fördermittel in Höhe von rund 80 Millionen Euro zur Disposition. „Die Wiederaufnahme der Neubauförderung ist ein wichtiges Signal. Gleichzeitig bleibt die Situation bei der Modernisierungsförderung unbefriedigend“, konstatiert Hain. „Wer Klimaschutz im Gebäudebestand realisieren will, muss für verlässliche und langfristig planbare Förderbedingungen für alle sorgen, damit geplante Investitionen auch getätigt werden.“

Fast 800 Wohnungen in 2025 fertiggestellt

Die NHW setzt ihren Wachstumskurs im Wohnungsbau konsequent fort. Allein im Geschäftsjahr 2025 wurden 792 Wohnungen fertiggestellt. Davon entfielen 568 Wohnungen auf den eigenen Bestand, weitere 224 Wohnungen wurden im Umlaufvermögen realisiert und veräußert. Ein Schwerpunkt lag erneut auf dem Frankfurter Schönhof-Viertel. Alles in allem entstehen dort etwa 2.000 Wohnungen für rund 6.000 Menschen sowie umfangreiche soziale Infrastruktur mit einer Hybrid-Schule, Kindertagesstätten, Grünflächen und Quartiersplätzen. Darüber hinaus wurden neue Projekte mit 193 Wohnungen gestartet, darunter Vorhaben in Frankfurt-Niederrad und im Ludwigshöhviertel in Darmstadt. Die NHW ist dabei nicht nur für die Schaffung von neuem Wohnraum verantwortlich. Bei entsprechender Projektgröße werden neben Wohnraum auch lebenswerte Quartiere mit sozialer und ökologischer Infrastruktur mit entwickelt. 

NHW wichtiger Akteur gegen Wohnraummangel

Neben großen Neubaugebieten setzt das Unternehmen verstärkt auf die Entwicklung eigener Bestandsflächen.  Die Projektpipeline umfasst 13 Vorhaben mit rund 1.800 Wohnungen und einem Investitionsvolumen von 767 Millionen Euro. Zu den größten aktuell im Bau befindlichen Projekten zählen das Lyoner Quartier in Frankfurt mit mehr als 600 Wohnungen sowie das Quartier Waidesgrund in Fulda mit über 150 Wohnungen, für das vor wenigen Wochen der Grundstein gelegt wurde. „Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist ungebrochen hoch. Deshalb bauen wir weiter – auch unter schwierigen Bedingungen. Besonders wichtig ist uns dabei der hohe Anteil geförderter Wohnungen. Bezahlbares Wohnen ist kein Randthema, sondern der Kern unseres Unternehmensauftrags und bleibt integraler Bestandteil unserer Projektentwicklung“, so Dr. Constantin Westphal, Geschäftsführer Immobilienmanagement, Projektentwicklung, Akquisition und Vertrieb.

Vorreiter bei sozialer Verantwortung

Die NHW versteht bezahlbares Wohnen als Teil eines umfassenden gesellschaftlichen Auftrags und engagiert sich deshalb gezielt für Bildung, Inklusion und soziale Teilhabe. Gemeinsam mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft ermöglicht sie Kindern aus NHW-Mieterhaushalten die Teilnahme am Deutschsommer, einem dreiwöchigen Förderprogramm für Grundschulkinder mit Sprachförderbedarf. Durch die Verbindung von Deutschunterricht, Theaterpädagogik und gemeinschaftlichen Freizeitangeboten werden Sprachkompetenz, Selbstvertrauen und Bildungschancen nachhaltig gestärkt. Darüber hinaus unterstützt die NHW die Lebenshilfen in Frankfurt und Gießen bei inklusiven Wohnprojekten für Menschen mit Beeinträchtigungen und fördert damit selbstbestimmtes Wohnen sowie gesellschaftliche Teilhabe. Mit dem Housing-First-Ansatz in Frankfurt und Kassel setzt die NHW zudem ein wichtiges Zeichen gegen Wohnungs- und Obdachlosigkeit, indem Betroffenen zunächst eine eigene Wohnung und anschließend bedarfsgerechte Unterstützung angeboten wird. „Die NHW ist Vorreiter beim Thema soziale Verantwortung. Neben unserem Kerngeschäft leisten wir einen Beitrag für Mieterinnen und Mieter sowie für die Gesellschaft insgesamt“, betont Westphal.

Modernisierungsoffensive zeigt erste Erfolge

Einen Schwerpunkt der Unternehmensstrategie bildet die Dekarbonisierung des Wohnungsbestandes. Dafür hat die NHW ihren Modernisierungskurs grundlegend neu ausgerichtet. Statt einzelne Gebäude umfassend zu sanieren, konzentriert sich das Unternehmen stärker auf Maßnahmen mit besonders hoher Klimawirkung. Im Fokus stehen die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung, der Ersatz fossiler Heizungen durch Wärmepumpen oder Fernwärmeanschlüsse in Verbindung mit Photovoltaikanlagen. Die ersten Ergebnisse dieser Strategie sind deutlich sichtbar: Im Jahr 2025 wurden 1.324 Wohnungen modernisiert – gegenüber 667 Wohnungen im Vorjahr. Die CO₂-Einsparung der Maßnahmen liegt bei rund 2.400 Tonnen. Insgesamt investierte die NHW 172,2 Millionen Euro in Modernisierung und Instandhaltung, berichtet die Technische Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer: „Vor einem Jahr haben wir einen Strategiewechsel angekündigt. Heute sehen wir die ersten Ergebnisse. Unser Ansatz lautet: maximale CO₂-Reduktion durch Energieträgerwechsel in Verbindung mit moderaten energetischen Optimierungen. Die deutlich gestiegene Zahl klimaneutraler Wohnungen bestätigt, dass dieser Weg richtig ist.“ Die NHW verfolgt weiterhin das Ziel, die Zahl der jährlich modernisierten Wohnungen schrittweise auf mehr als 2.000 Einheiten zu steigern.

Mehr als 120 Millionen Euro für Hessens Wirtschaft

Die Investitionen der NHW wirken weit über den Wohnungsmarkt hinaus. Sie sichern Aufträge und Beschäftigung in Handwerk und Mittelstand. Allein im Neubau wurden 2025 Aufträge an 46 Unternehmen mit einem Volumen von rund 25 Millionen Euro vergeben. Rund 85 Prozent der Auftragnehmer stammen aus Hessen. Im Bereich Modernisierung wurden rund 200 Unternehmen mit einem Auftragsvolumen von 96 Millionen Euro beauftragt. Rund 90 Prozent dieser Unternehmen haben ihren Sitz in Hessen. Fontaine-Kretschmer: „Jeder Euro, den wir investieren, schafft mehrfachen Nutzen: Er schafft Wohnraum, unterstützt die Energiewende und stärkt gleichzeitig die regionale Wertschöpfung. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind wir damit ein verlässlicher Auftraggeber für das hessische Handwerk und den Mittelstand.“

ProjektStadt bleibt Motor kommunaler Entwicklung

Auch die Stadtentwicklungsmarke ProjektStadt blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Ende 2025 betreute sie rund 210 Projekte in 113 Städten und Gemeinden. Allein im vergangenen Jahr kamen 42 neue Projekte hinzu.

Besonders erfolgreich war die Einwerbung von Städtebaufördermitteln. Mit rund 47 Millionen Euro akquirierten Fördergeldern entfielen etwa 44 Prozent aller entsprechenden Bewilligungen in Hessen auf Projekte der ProjektStadt.

Die Hebelwirkung dieser Fördermittel ist erheblich: Jeder Euro Städtebauförderung löst durchschnittlich sieben Euro weiterer Investitionen aus. Die 2025 eingeworbenen Fördermittel können damit Investitionen von weit über 300 Millionen Euro anstoßen.

Unternehmensbericht

Der integrierte Unternehmensbericht der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt für das Geschäftsjahr 2025 (mit Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht) ist online verfügbar unter https://berichte.nhw.de/2025. Um Ressourcen zu schonen, verzichtet die NHW auf gedruckte Exemplare.