Faqs Schaden melden Wohnungs Angebote
Leo

Hallo, ich bin Leo, Ihr digitaler Assistent. Brauchen Sie Hilfe?

Ja, gerne! Vielleicht später.
Neubau Modernisierung Immobilienmanagement

Digitalisierung im Bestand: Daten verbinden, Prozesse verbessern

NHW-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer mit Mikrofon in der Hand bei der DV-Jahrestagung in Berlin
„Wir brauchen nicht immer neue digitale Insellösungen, sondern durchgängige Daten und Prozesse.“ So lautete eine der zentralen Thesen von NHW-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer bei der DV-Jahrestagung in Berlin. Foto: DV, Michael Wendt, Offenblende

Bei der Jahrestagung des Deutschen Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V. stand die digitale Transformation von Stadtentwicklung und Wohnungswirtschaft im Mittelpunkt. NHW-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer brachte die Perspektive eines großen Wohnungsunternehmens ein.

Frankfurt am Main / Berlin – Unter dem Titel „Smart Planning for Smart Living: Digitalisierung von Prozessen für Stadtentwicklung und Wohnen“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Praxis am 14. Oktober im Admiralspalast in Berlin über Herausforderungen, Lösungen und Perspektiven mit dem Ziel, Orientierung für die Gestaltung des digitalen Wandels zu geben. Monika Fontaine-Kretschmer nahm an der Gesprächsrunde „Digitalisierung von Bau, Betrieb und Geschäftsprozessen“ teil, zusammen mit Nikolas Früh (Vorstandsmitglied BIM-Cluster Baden-Württemberg) und Alexander Heinzmann (Geschäftsführer BPD Immobilienentwicklung GmbH). Den Impulsvortrag hielt Dr. Tobias Knoblich, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur.

Fontaine-Kretschmer machte deutlich, dass Digitalisierung in Wohnungsunternehmen längst im Arbeitsalltag angekommen ist. Bei der NHW werden bereits rund 300 Softwareanwendungen eingesetzt – in der Vermietung, der Bewirtschaftung, der Instandhaltung, der Modernisierung, der Kommunikation mit den Mieterinnen und Mietern, der Nebenkostenabrechnung, dem Vertragswesen, dem Auftrags- und Abrechnungsbereich mit Versorgungs-, Handwerks- und Baufirmen sowie beim Klimaschutz. „Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die vielen vorhandenen Daten und Systeme zusammenzuführen und nutzbar zu machen“, lautete eine ihrer zentralen Botschaften.

„Wir brauchen keine neuen digitalen Insellösungen”

Nötig sei vor allem eine zukunftsfähige Datenstruktur. Gebäudedaten, Informationen zu technischen Anlagen, Energiekennwerte sowie Betriebs- und Instandhaltungsdaten müssten qualitätsgesichert, strukturiert, aktuell und schnell auffindbar sein, damit bessere, wirtschaftliche Entscheidungen für den Neubau und den Bestand sowie die Dekarbonisierung getroffen werden können. „Dafür brauchen wir weder parallele Datenwelten noch neue digitale Insellösungen, sondern durchgängige Daten und Prozesse“, ergänzte Fontaine-Kretschmer.

Auch beim Neubau sollte stärker vom späteren Betrieb her gedacht werden: Entscheidend sei, welche Informationen die Immobilienbewirtschaftung tatsächlich benötigt und über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes verlässlich nutzen kann. „Nicht möglichst viele Daten sind das Ziel, sondern die richtigen Daten – in der richtigen Qualität, zum richtigen Zeitpunkt und so strukturiert, dass wir damit später tatsächlich arbeiten können.“

BIM als Grundlage für besseres Daten- und Prozessmanagement

In diesem Zusammenhang ordnete Monika Fontaine-Kretschmer Building Information Modeling (BIM) vor allem als Grundlage für ein besseres Daten- und Prozessmanagement ein. Die beim Neubau entstehenden Informationen müssen vollständig und in geeigneter Qualität an den Betrieb übergeben und bei allen Instandhaltungsmaßnahmen der nächsten Jahre ständig digital aktualisiert werden. Ziel ist es einerseits, die aktuelle bauliche Situation des Gebäudezustandes abzubilden und andererseits eine verlässliche Grundlage zu haben, damit eine in 30 oder 40 Jahren anstehenden Modernisierung ohne neue Datenerhebung umgesetzt werden kann.

Gerade darin sieht sie eine der größten Herausforderungen: Es braucht klare Verantwortlichkeiten und verbindliche Prozesse, denn nur aktuelle und verlässliche Daten schaffen einen echten Mehrwert für die Bewirtschaftung und die Bestandsentwicklung.

Damit ordnete sie die Anforderungen des Bestandsmanagements in den breiteren Kontext der Jahrestagung ein, die sich auch mit digitaler Stadtentwicklungsplanung sowie der Digitalisierung von Bau und Wohnungswirtschaft befasste.