Tür zu, Augen auf!
Jeder zweite Einbruch scheitert, doch jeder zweite gelingt. Lesen Sie, wie Sie es den Tätern schwer machen und Einbrüche verhindern können – gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit.
Einbrecher brechen in das eigene Zuhause ein und zerwühlen alles. Ein Alptraum. Man fühlt sich beschämt, begrabscht und in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher. Doch so weit muss es nicht kommen. Mit sicherheitsbewusstem Verhalten und einer aufmerksamen Nachbarschaft ist vorbeugend schon viel getan.
Sie kommen dann, wenn niemand zu Hause ist. Das braucht kein langer Urlaub sein – den Tätern reicht auch nur eine kurze Abwesenheit, wenn Sie zur Arbeit oder zum Einkaufen gehen. Die meisten Einbrüche geschehen nicht mitten in der Nacht, sondern tagsüber oder in der Dämmerung. Und vermehrt im Herbst/Winter mit früh einsetzender Dunkelheit.
SCHNELL REIN – SCHNELL RAUS
Viele Einbrecher sind Gelegenheitstäter, die nach Schwachstellen suchen und mit simplen Werkzeugen wie Schraubendrehern versuchen, Fenster und Türen aufzuhebeln. In der Regel dauert es nur wenige Sekunden, um in die Wohnung zu gelangen. Vor allem auf Kipp stehende Fenster oder eine nur zugezogene Tür sind die perfekte Einladung zum Einbruch. Hier reicht den Tätern schon das Körpergewicht oder eine kleine Plastikkarte.
Weit mehr als ein Drittel der Einbrüche finden tagsüber statt.
DIE BEUTEJAGD UNTER ZEITDRUCK
Einmal drin, bleiben Einbrecher meist nur wenige Minuten in der Wohnung. Gezielt und rücksichtslos suchen sie nach Bargeld, Schmuck, Uhren, Gold oder elektronischen Geräten wie Laptops, weil diese unauffällig und leicht zu transportieren sind. Viele Einbrüche scheitern schon im Versuch: Die Täter geben auf, wenn sie merken, dass es sie zu viel Zeit kostet – das Risiko wird dann zu groß.
IHRE SICHERHEIT BEGINNT SCHON BEI IHREM EIGENEN VERHALTEN!
Auch wenn Sie die Wohnung nur kurzzeitig verlassen: Ziehen Sie Ihre Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie sie immer zweifach ab.
Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Einbrecher finden jedes Versteck und schauen zuerst unter die Fußmatte und den Blumentopf.
Verschließen Sie immer Fenster und Balkontür. Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster.
Lassen Sie Hauseingangstür und Kellertür nicht offen stehen. Achten Sie darauf, dass sie tatsächlich ins Schloss fallen.
Bewahren Sie in Ihrem Keller keine Wertsachen auf. Schließen Sie dort abgestellte Fahrräder ab und machen Sie sie evtl. mit GPS-Trackern wieder auffindbar.
Achten Sie auf Fremde in Ihrem Haus und lassen Sie niemanden unkontrolliert ins Gebäude.
Prävention lohnt sich: 44,9 % der Einbrüche scheitern bereits beim Versuch.
SIE SIND UNSICHER ODER SOGAR ZEUGE?
Einbrecher räumen tagsüber eine Wohnung aus und Passanten gehen scheinbar unberührt daran vorbei, wollen in nichts hineingezogen werden. Häufig hält auch die Angst davor, etwas falsch zu machen, Menschen davon ab, überhaupt tätig zu werden. Wenn Ihnen im Hausflur eine unbekannte Person begegnet, dürfen und sollten Sie skeptisch sein. Fragen Sie ruhig freundlich, wen die Person besuchen möchte.
Einbruchschutz beginnt nicht erst an der eigenen Wohnungstür. Auch im Hausflur und auf den Freiflächen können Nachbarn aufeinander achten.
ZIVILCOURAGE: NICHT WEGSEHEN, HILFE HOLEN
Ein dumpfer Schlag in der Nachbarwohnung, eine aggressive Situation bei den Mülltonnen: Bei verdächtigen Beobachtungen oder Geräuschen gilt: Nehmen Sie Ihr Gefühl ernst. Zeigen Sie Zivilcourage und rufen Sie aus sicherer Distanz die Polizei, aber bringen Sie sich nicht in Gefahr. Nicht jeder lautstarke Streit ist automatisch ein Notfall. Werden jedoch Menschen bedroht oder deutet die Situation auf körperliche Gewalt hin, sollte man nicht abwarten.
MUTIG SEIN HEISST MANCHMAL ABSTAND HALTEN
Rufen Sie die Polizei unter 110, schildern Sie die Situation und greifen Sie nicht selbst ein. Wenn Nachbarn in der Nähe sind, können Sie sich zusammentun: Einer ruft die Polizei, ein anderer beobachtet aus sicherer Entfernung.
Wir leben in einem Rechtsstaat, zivilcouragiertes Verhalten ist erwünscht und schützt andere vor Unrecht und/oder Verletzung.
BEI MIR WURDE EINGEBROCHEN – UND JETZT?Verständigen Sie sofort die Polizei über den Notruf 110.
Wichtig: Räumen Sie nicht auf, verwischen Sie keine Spuren. Erstellen Sie eine Liste mit den gestohlenen Gegenständen und informieren Sie Ihre Versicherung.
Das Aktenzeichen der Polizei ist für Ihre Hausratversicherung wichtig – ebenso für die NHW als Ihr Vermieter, wenn etwa die Tür oder das Fenster beschädigt wurde.