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Mieterzeitung 03/2026
Drei Mieter schreiben Waldauer Stadtgeschichte

Mehr als eine Wohnung: ein echtes Zuhause

Kassel-Waldau in 1973
Unser Zuhause: Kassel-Waldau 1973

Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf: Es ist Zuhause, Nachbarschaft und Zukunft. „In unseren über 61.000 Wohnungen leben unzählige Mieter, die uns seit Jahrzehnten die Treue halten“, sagt Carsten Millat, Kundenmanager in Kassel. „Ihr Leben lang prägen sie ihr Quartier und ihre Nachbarschaft. Dafür sind wir sehr dankbar.“

In Kassel-Waldau haben wir zwei Mietparteien in der Glogauer Straße besucht.

Gisela und Peter Störmer: Vor 55 Jahren Einzug ins halbfertige Haus

„Alles neu war unsere Devise. Wir waren 22 Jahre alt, frisch verheiratet und ich hatte gespart. Wir haben die ganze Einrichtung neu gekauft“, erzählt Peter Störmer. Das war 1970. Die beiden oberen Etagen des siebenstöckigen Hauses waren teilweise noch Baustelle. Ihren Mietvertrag unterschrieben sie bei der „Kurhessischen Wohnungsgesellschaft“.

55 Jahre später leben sie noch immer in derselben Wohnung. „Ich wollte hier nie wegziehen“, sagt Gisela Störmer. „So viel Freifläche – und eine sehr gute Hausgemeinschaft. Waldau hat sich ja auch in den letzten Jahren ganz schön rausgemacht.“

Heute sind sie beide 79 Jahre alt und blicken zufrieden zurück und nach vorn. Von der ersten Einrichtung ist nur noch das Schlafzimmer übrig. Massives Holz hält eben lange. Ihr größtes Hobby ist ein Wohnmobil. 45 Jahre lang war Peter Störmer als Reisebusfahrer unterwegs und hat ganz Europa gesehen. „Mein Mann hat noch nicht genug!“, sagt Gisela und lacht.

Arthur Siebert: Jeden Monat Party im Trockenraum

„Wir waren eine unheimlich schöne Hausgemeinschaft“, erinnert sich Arthur Siebert. 1967 bezog er mit 23 Jahren gemeinsam mit seiner Frau die Wohnung. Sechs junge Familien lebten damals im Haus. Den Trockenraum machten sie zum Treffpunkt: „Wir haben ihn angemalt und einmal im Monat Party gefeiert.“

Mit einigen der damaligen Nachbarn ist Arthur Siebert bis heute befreundet. Waldau war seinerzeit noch klein und überschaubar, ringsherum nur Feld und freier Blick bis Lohfelden. Und sein Arbeitsweg zu den Henschel-Werken war nicht weit.

Arthur Siebert ist unser langjährigster Mieter in Waldau – und unter diesen vermutlich einer der sportlichsten. Zweimal in der Woche trainiert der 82-Jährige für je drei Stunden im Sportstudio, fast täglich ist er mit dem E-Bike unterwegs.

Täglich kocht er für sich frisch und leitet im Agathof seit dem Tod seiner Frau die Gruppe „Kochen für Männer“. Dort zeigt er auch seine Reisefilme, die er selbst schneidet und untertitelt.

„Ich bin kein Mensch für die Einsamkeit“, sagt Arthur Siebert und bereitet schon seine nächste Gruppenreise vor.

Geschichten aus der Nachbarschaft gesucht!
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