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Stadtentwicklung

Wo steht der Stadtumbau Ortskern Büttelborn – ein Zwischenbericht

Fachwerkhaus in Ortsmitte
Wo steht der Stadtumbau im Büttelborner Ortskern? In einem Zwischenbericht haben ProjektStadt und Stadtplaner über das bisher Erreichte berichtet. Foto: NHW / Jan Thielmann

Seit einem Jahr steuert die ProjektStadt den Stadtumbauprozess im Auftrag der Gemeinde für den Ortskern Büttelborn. In der letzten Lokalen Partnerschaft berichteten die Stadtplaner über das bisher Erreichte. Die folgenden Projekte zur Aufwertung des Ortszentrums und Attraktivierung der Naherholungsflächen wurden ins Laufen gebracht – einschließlich notwendiger Konzepte. 

Seit genau einem Jahr steuert das Team der ProjektStadt den Stadtumbauprozess in der Gemeinde Büttelborn. Die Grundlage dafür bildet das zuvor von der Gemeinde und den beteiligten Bürgerinnen und Bürgern erarbeitete Integrierte Stadtentwicklungskonzept – kurz ISEK. „Die Bürgerbeteiligungen über die Lokale Partnerschaft und die Bewohnerschaft im Rahmen einzelner Projektumsetzungen werden weiterhin eine zentrale Rolle einnehmen. Uns ist zudem die Erwartungshaltung sehr bewusst, dass es nach dem Aussetzen des Prozesses im Jahr 2020 nun schnellstmöglich weitergeht und sichtbare Veränderungen kommen“, erklärt Jan Thielmann, Projektleiter für Integrierte Stadtentwicklung sein Prozessverständnis für den Stadtumbau in Büttelborn. 

In der Sitzung vom 16. Februar präsentierte die ProjektStadt nun im Auftrag der Gemeinde den Vertreterinnen und Vertretern der Lokalen Partnerschaft (LoPa) einen Zwischenstand über die in die Wege geleiteten Maßnahmen und gab einen Ausblick auf die kommenden Projekte. Es war die vierte Sitzung der LoPa seit dem Neustart 2021 (die Präsentation ist unter www.buettelborn.de/standort/bauen/stadtumbau/ abrufbar). Für die Umsetzung erhält die Gemeinde Fördermittel aus dem Städtebauprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“, muss aber immer auch ihren kommunalen Eigenanteil von rund einem Drittel erbringen.

„Auch wenn die heiß ersehnten, konkreten Ergebnisse bisher nur punktuell sichtbar sind, zeigte sich in der Vorstellung doch deutlich: In diesem einen Jahr konnte von der Verwaltung und dank der hinzugekommenen Schlagkraft durch unseren Partner, der ProjektStadt, gemeinsam vieles angestoßen werden. Der Stadtumbauprozess ist inzwischen auf einem guten Weg“, blickt Bürgermeister Marcus Merkel mit Zuversicht auf das vor uns liegende Jahr. „Zudem wurde durch die Vorstellung in der LoPa vielen erst deutlich, dass solche Prozesse aufgrund notwendiger Fördermittelanträge, Abstimmungen, Genehmigungen und vorgegebener Vergabeverfahren einfach ihre Zeit brauchen.“ Daher nun zu den guten Nachrichten, was tatsächlich alles erreicht wurde. 

Eine wesentliche Zielsetzung des Städtebauförderprogramms besteht in der Aufwertung und Belebung des Zentrums der Gemeinde Büttelborn.

  • Hierfür ist die Initiierung eines Ärztehauses (ISEK-Projekt Nr. 13) im Zentrum als wichtige Anlaufstelle und Infrastruktur gelungen. Ein privater Investor konnte gefunden und die Immobilie Rathausstraße 2a modernisiert werden. Ein Allgemeinarzt ist bereits aktiv, ein/e Kinder- oder Facharzt/-ärztin wird noch gesucht.
  • Das Anreizprogramm für private Maßnahmen zur Aufwertung des Ortsbildes und zum Klimaschutz (Nr. 14) wird ab Sommer 2022 starten können. Damit können private Eigentümer im Fördergebiet finanzielle Zuwendungen bei der nachhaltigen Aufwertung ihrer Häuser und Freiflächen wie beispielsweise einer ortsangepassten Sanierung der Fassaden und Dächer oder einer klimarelevanten Gestaltung der Hofreite und Vorgärten erhalten. Als notwendige Grundlage für dieses Anreizprogramm wurde im letzten Jahr eine Richtlinie erarbeitet, diese von der Gemeindevertretung beschlossen und dem Land zur Genehmigung vorgelegt.
  • Das Architekturbüro „Ammon + Sturm“ wurde mit der Erarbeitung eines Gestaltungsleitbildes (Nr. 15) beauftragt. Dieses Gestaltungsleitbild bildet eine wichtige Grundlage für das Anreizprogramm, denn es wird die Historie Büttelborns aufgreifen und konkrete Empfehlungen für die Gemeinde und private Eigentümer geben, um gemeinsam wieder ein stimmiges Gesamtbild im Ortszentrum zu schaffen. Im Rahmen der Erstellung wird voraussichtlich am 26. März 2022 ein Workshop und Rundgang mit der interessierten Öffentlichkeit stattfinden. Das Gestaltungsleitbild soll innerhalb des zweiten Quartals 2022 vorliegen

Als notwendige To-Dos für den wichtigen städtebaulichen Wettbewerb der neuen Mitte im Ortskern Büttelborns (Nr. 1) im Bereich zwischen der Kirche und dem neuen Rathaus wurden mehrere Vorarbeiten angestoßen, ohne die ein solcher Wettbewerb nicht zielführend wäre.

  • So konnte in den vergangenen Wochen das Vergabeverfahren für ein Einzelhandelskonzept Büttelborn (Nr. 4) abgeschlossen und das Unternehmen „Cima“ mit der Bearbeitung beauftragt werden. Mit einer Fertigstellung ist Ende dieses Jahres zu rechnen. Eine Einbindung des Einzelhandels ist dabei ebenso vorgesehen wie Passanten-Befragungen.
  • Eine nicht minder zentrale Grundlage – auch für weitere Maßnahmen im ISEK – stellt das Verkehrskonzept (Nr. 35) dar. Das Vergabeverfahren ist erfolgt und nach dem Beschluss durch den Gemeindevorstand kann das siegreiche Büro mit der Erarbeitung loslegen. Das Verkehrskonzept soll spätestens Anfang 2023 fertig vorliegen und wird ebenfalls mehrere Bausteine der Bürgerbeteiligung umfassen.
  • Das Grundstück Mainzer Straße 21 mit der ehemaligen Apotheke wurde durch die Gemeinde erworben. Solange eine spätere Nutzung durch den Wettbewerb noch nicht feststeht, soll zunächst nach erfolgter Sicherungsmaßnahme am Vordach die Initiierung eines Nachbarschaftstreffs (Nr. 7) als Zwischenlösung und zur Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs angestoßen werden. Dazu wurde das Projekt in der LoPa diskutiert und bereits erste Vorschläge eingebracht. Die Verwaltung wird zunächst verschiedene Gruppen und Initiativen ansprechen, um den tatsächlichen Bedarf für eine solche Nutzung zu ermitteln. Interessierte können sich auch direkt über stadtumbaunoSpam@buettelborn.de melden. Bei einer Zustimmung durch die Politik, könnte hier zeitnah eine weitere Belebung des Ortskerns durch neue Angebote gelingen. Zudem wäre dann ein Raum für das Team des Stadtumbaumanagements verfügbar, um regelmäßig Sprechstunden für die Bürgerinnen und Bürger anbieten und mit Blick auf das Anreizprogramm Beratungsangebote vor Ort ermöglichen zu können. Diese Verortung ist eine Verpflichtung der Kommunen, die das Land Hessen als der Fördermittelgeber aufgibt.
  • Auf Anregung im letzten Bau- und Planungsausschuss soll zudem der begrünte Verbindungsweg zwischen Rathaus und Friedhof (Nr. 20) als Maßnahme vorgezogen werden. Zur Stärkung der Grünflächen im Ortszentrum ist die stärkere Einbeziehung des Friedhofs vorgesehen. Hierfür soll ein direkter Verbindungsweg zwischen Rathausstraße und Friedhof eröffnet werden. Dafür wurde ein Antrag beim Land für eine zeitnahe Bewilligung gestellt und vor einigen Tagen erteilt, so dass die Planungen zeitnah beauftragt werden könnten.
  • Für den Wettbewerb und die künftige Nutzung der sich bereits in gemeindlichem Eigentum befindlichen Gebäude Mainzer Straße 15 – 17 wurden – ebenfalls beim Land – die Bewilligung für Voruntersuchungen zur Bausubstanz beantragt und erteilt, so dass diese in der ersten Jahreshälfte durchgeführt werden können.
  • Im Seibert-Haus, auf der gegenüberliegenden Seite der Mainzer Straße Nr. 20 soll zukünftig das Heimatmuseum (Nr. 3) seine neue Heimat finden. Das Projekt wurde bereits 2021 in der LoPa vorgestellt, zwei Machbarkeitsstudien zur Fassade und Platzöffnung sowie ein Statik-Gutachten durch die Gemeinde beauftragt. Die Vergabe von Architektenleistungen wird demnächst auf den Weg gebracht. Die ebenfalls vorgesehen und dringlich herbeigesehnte Öffnung und Platzgestaltung um das historische Rathaus (Nr. 2) kann und soll direkt im Anschluss an die Fertigstellung des neuen Heimatmuseums beauftragt werden.

Nicht nur im Ortszentrum, sondern auch am Ortsrand der Gemeinde Büttelborn wurden im Laufe des Jahres wichtige Weichen gestellt.

  • Für den dringend notwendigen Abbruch und Neubau der Funktionsgebäude am Sportplatz (Nr. 26) wurden Mittel aus zwei Förderprogrammen bewilligt. Das Projekt wurde in der LoPa vorgestellt und es haben mehrere Abstimmungstermine mit der Sport- und Kulturvereinigung Büttelborn, Vertretern des Landes und der Gemeindeverwaltung stattgefunden. Nun müssen im nächsten Schritt das Vergabeverfahren vorbereitet, die Architektenleistungen beauftragt und zudem eine baufachliche Prüfung durch die WI Bank durchgeführt werden. Diese Arbeitsschritte und der Beginn des Abrisses einschließlich des Aufstellens von Containern für die notwendige Zwischennutzung sollen noch in diesem Jahr passieren.
  • Die unmittelbar angrenzenden Sport- und Naherholungsflächen mit den Moorteichen sollen dann im Anschluss gemäß den im ISEK (Nr. 17 + 27) dokumentierten Wünschen ertüchtigt werden. So sind unter anderem ein öffentlicher Bewegungsparcours und eine öffentliche Toilette vorstellbar. Die Kosten für die Planungsleistungen wurden mit dem diesjährigen Fördermittelantrag bereits angemeldet und auch mit dem NABU gab es ein erstes Gespräch. 

„Nach einem Jahr intensiver Arbeit hat der Stadtumbauprozess in Büttelborn nun die notwendige Fahrt aufgenommen. Mit dem Start des Anreizprogramms können zudem auch Bürgerinnen und Bürger Büttelborns unmittelbar vom Stadtumbauprozess profitieren und dadurch auch das Erscheinungsbild des Ortes“, lobt Marion Schmitz-Stadtfeld, Leiterin ProjektStadt | Integrierte Stadtentwicklung den gemeinsamen Kraftakt mit der Gemeinde in den vergangenen zwölf Monate. „Insbesondere vor den schwierigen Bedingungen der Pandemie und der vakanten Stelle in der Gemeindeverwaltung für den Stadtumbauprozess kann sich die Entwicklung sehen lassen. Nun heißt es weiter dran bleiben.“