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Mehr Farbe für Kasseler Quartier: NHW setzt Zeichen für lebendige Nachbarschaft

Kinder von hinten zu sehen bemalen mit bunten Farben eine Wand mit Regenbogen, Tieren, Pflanzen und einem See.
Pflanzen, Tiere und ein Regenbogen: Die Kinder der Grundschule Waldau haben ein sehr naturnahes Kunstwerk gestaltet. Foto: NHW

Aus tristen Garagen werden bunte Wandgemälde / Impulse für Respekt, Teilhabe und Zusammenhalt / Kooperation zwischen lokalen Akteuren, Wohnungsunternehmen und Künstlerduo

Kassel – Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) wertet ihr Quartier in Kassel-Waldau sichtbar auf.  Bewohnerinnen und Bewohner, Schulen und lokale Initiativen gestalten gemeinsam mit dem Künstlerinnenduo Sandana Design vier Garagenwandflächen – mit Pinsel, Fassadenfarbe und einer klaren Botschaft gegen Vandalismus und Müll. Ziel ist es, das Wohnumfeld aufzuwerten, das Sicherheitsgefühl zu stärken und das Miteinander im Quartier zu fördern. Mit 614 Wohneinheiten ist die Wohnstadt Waldau das größte zusammenhängende NHW-Quartier in Nordhessen.

Kinderhaltestellen als Impulsgeber

Das Projekt knüpft an erfolgreiche Erfahrungen aus dem Vorjahr an. Damals wurden im Quartier zwei sogenannte „Kinderhaltestellen“ aufgestellt – Treffpunkte für Grundschulkinder, um gemeinsam sicher zur Schule zu laufen. Im Zuge dessen gestalteten Schülerinnen und Schüler der Grundschule Waldau mit Sandana Design die angrenzenden Garagenwände. Die Motive zum Thema „Zu Fuß zur Schule“ haben die Kinder selbst entwickelt und umgesetzt. Das Projekt stieß auf große Begeisterung und führte zu einer nachhaltigen Verschönerung des Umfelds – die Wandbilder sind bis heute intakt und frei von Vandalismus.

Kreative Teilprojekte im Quartier

In diesem Jahr wird das Konzept fortgeführt und erweitert. Schülerinnen und Schüler der Klasse 5e aus dem Zweig „Gestalten“ der Offenen Schule Waldau bemalten im Mai und Juni gemeinsam mit Sandana Design eine Garagenwand am großen Parkplatz an der Waldemar-Petersen-Straße. Das Motiv zum Thema „Nachhaltigkeit“ haben die Jugendlichen selbst entworfen und umgesetzt.

Auch die Grundschule Waldau war erneut beteiligt: Im Rahmen einer Projektwoche im Juni 2026 gestalteten Drittklässlerinnen und Drittklässler eine Seitenwand einer Garage, die an eine bereits bestehende Kinderhaltestelle angrenzt. Die Kinder entwickelten das Motiv eigenständig und brachten es selbst an die Wand. So entstand ein authentisches Kunstwerk, das das kleine „Grundschul-Ensemble“ im Quartier ergänzt.

Die Gruppe „Treffpunkt Bewegung“ wählte eine besonders große Garage an der Liegnitzer Straße aus, die an ihrer Laufroute liegt und deren Rückwand zur vielbefahrenen Straße zeigt. Das Motiv thematisiert gemeinsame Bewegung im Freien zu verschiedenen Jahreszeiten. Die Gruppe hat die Gestaltungsidee entwickelt, am Entwurf mitgewirkt und so begeistert gemalt, dass das Waldbild trotz der großen Fläche innerhalb einer Woche fertig war. Die Außenwirkung reicht durch die Lage – unter anderem fährt hier eine städtische Buslinie vorbei – weit über das Quartier hinaus. Eine Sitzbank wird den Ort künftig zusätzlich aufwerten.

Im Herbst gestalten die Teilnehmerinnen des Frauenfrühstücks/Müttercafés gemeinsam mit Sandana Design „ihre“ Garagenwand in der Glogauer Straße weiter. Bereits im Vorjahr hatten sie zusammen mit Mieterinnen und Mietern Motive entworfen, die die Künstler aufgebracht haben. Weil sie jedoch nicht die gesamte Wand bemalt haben, wurden die Zwischenräume wieder getaggt. Neue Gestaltungsideen sollen diesen unerwünschten Schmierereien vorbeugen. Die Bildsprache bleibt naturnah.

Ziel: Weniger Vandalismus, besseres Image, partizipative Quartiersgestaltung

Die Auswahl der Garagen erfolgte gezielt an Orten, die besonders von Graffiti und Sperrmüll betroffen waren und eine hohe Sichtbarkeit im Quartier haben. Die Umsetzung mit Pinsel und Fassadenfarbe ermöglicht es allen, unabhängig von Alter oder Vorkenntnissen, selbst aktiv zu werden. Neben der Verschönerung trägt das Engagement dazu bei, Vandalismus und Müllablagerungen zu reduzieren und das Image des Stadtteils zu verbessern. Vor allem bietet das Projekt den Menschen, die in Waldau wohnen, die Möglichkeit, ihr eigenes Quartier kreativ und selbstwirksam mitzugestalten. Es stärkt den Gemeinschaftssinn und die Identifikation mit dem eigenen Wohnumfeld.

„Die Resonanz auf die bisherigen Projekte war überwältigend positiv. Es zeigt sich, wie viel Potenzial in gemeinschaftlicher Gestaltung steckt – und wie Kunst Brücken zwischen den Menschen baut und begeistert“, sagt Alexander Brunnert Hauschild, zuständiger Projektleiter Soziale Quartiersentwicklung bei der NHW. „Wir wollen, dass sich alle im Quartier wohlfühlen und stolz auf ihr Zuhause sind.“

Die NHW initiiert, koordiniert und finanziert das Vorhaben im Rahmen der Sozialen Quartiersentwicklung und vernetzt die Akteurinnen und Akteure vor Ort. Damit setzt Hessens größtes Wohnungsunternehmen seine Leitlinien der ganzheitlichen Quartiersentwicklung konsequent um: Bestandsaufwertung, sozialer Zusammenhalt und Teilhabe stehen im Mittelpunkt, verbunden mit mehr Aufenthaltsqualität, weniger Vandalismus und sichereren Wegen – vor allem für Kinder. Eine Fortsetzung des Projekts im Jahr 2027 mit neuen Flächen und erneuter Beteiligung der Bildungseinrichtungen ist vorgesehen.