Faqs Schaden melden Wohnungs Angebote
Leo

Hallo, ich bin Leo, Ihr digitaler Assistent. Brauchen Sie Hilfe?

Ja, gerne! Vielleicht später.
Mieterzeitung 01/2026

Jugendliche brauchen nicht nur Nachhilfe, sondern Vorbilder!

Walid Aitoutalamte ist 28 Jahre alt und hatte in der Schule nie Probleme. Heute steht der Lehramtsstudent kurz vor seinem Abschluss und arbeitet im Bildungsinstitut „Wissen am Stern“. Außerdem übt er einen Lehrauftrag an der Offenen Schule in Waldau aus. Eine so geradlinige Bildungslaufbahn ist für junge Männer mit Migrationshintergrund jedoch keine Selbstverständlichkeit. 

EINE MIGRANTISCHE GRUPPE FÜR SCHULE, IDENTITÄT, PUBERTÄT & FUSSBALL 

Vor zwei Jahren gründete Aitoutalamte das Projekt „Mein STERN“, das sich an Teenager aus benachteiligten Familien in Kassel richtet. Jeden Sonntag treffen sich seither 18 Jugendliche, deren Muttersprachen Syrisch, Türkisch, Somali oder Arabisch sind. Gemeinsam wird Fußball gespielt, Lasertag ausprobiert oder auch mal zusammen gekocht. Man kennt sich, man vertraut sich. Die Gruppe bietet einen geschützten Raum: Hier hat niemand Angst, etwas Falsches zu sagen, ausgelacht oder nicht ernst genommen zu werden. „Es braucht eine gute Balance zwischen Lernen und Vorbild sein“, erklärt Aitoutalamte. Denn neben den Freizeitaktivitäten steht das Lernen im Mittelpunkt. Die Jugendlichen treffen sich zur Prüfungsvorbereitung und arbeiten an schulischen Zielen. Einige haben bereits den Sprung in die Oberstufe geschafft, andere bereiten sich auf ihren Hauptschulabschluss vor. Die feste Gemeinschaft gibt Halt und ist Motivation zugleich. 

GLEICHER HINTERGRUND, DAS VERBINDET 

Neben Walid Aitoutalamte begleiten fünf weitere Erwachsene die Gruppe: „Wir haben alle einen ähnlichen migrantischen Background und sind dadurch glaubwürdige Vorbilder für die Jungs“, sagt der Projektleiter. Die Erwachsenen zeigen auf, welche Wege möglich sind, und geben Orientierung. Und sie sind alle Studierende der Universität Kassel – angehende Ingenieure und Lehrer aus Afghanistan, der Türkei oder Marokko. Den Jugendlichen begegnen sie auf Augenhöhe. Einer von ihnen ist Nahom, 29 Jahre, aus Eritrea. Er ist zweimal in der Schule sitzengeblieben, hat dennoch sein Fachabi geschafft, eine Ausbildung absolviert und studiert heute Wirtschaftswissenschaften. Ein Vorbild, das Eindruck macht. 

AUF DEM WEG ZU SELBSTBEWUSSTEN, ENGAGIERTEN BÜRGERN 

Die meisten Teilnehmer von „Mein STERN“ sind NHW-Mieterkinder, weshalb die NHW seit vergangenem Jahr gerne die Förderung des Projekts übernommen hat. „Es ist unser Beitrag als sozial verantwortliches Unternehmen und ein wichtiger Baustein zur Förderung von Chancengleichheit“, erklärt Alexander Hauschild, Projektleiter Soziale Quartiersentwicklung bei der NHW. „Mein STERN eröffnet den Jugendlichen neue Perspektiven und bestärkt sie darin, ihr Leben selbstbestimmt und erfolgreich zu gestalten.“

Alexander Hauschild, Projektleiter Soziale Quartiersentwicklung: „Wir übernehmen soziale Verantwortung.“