Quartiere stärken, Lebensqualität verbessern: ProjektStadt macht Stadtentwicklung sichtbar
Tag der Städtebauförderung: Kommunen präsentieren Projekte zu Klimaanpassung, Wohnen und Daseinsvorsorge / NHW-Stadtentwickler unterstützen von der Fördermittelakquise bis zur Umsetzung
Frankfurt am Main / Kassel / Weimar – Am 9. Mai feierten bundesweit Städte und Gemeinden den Tag der Städtebauförderung (TdS). Unter dem Motto „Lebendige Orte, starke Gemeinschaften“ präsentierten Kommunen ihre Projekte und zeigten, wie Städtebauförderung vor Ort wirkt. In zwölf Kommunen in Hessen und Thüringen war die ProjektStadt, Stadtentwicklungsmarke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW), an diesem Tag mit vor Ort, da sie überwiegend im Fördergebietsmanagement in diesen Kommunen aktiv ist. „Seit über 50 Jahren trägt die Städtebauförderung zur sozialen Stabilisierung von Quartieren, zur Sicherung der kommunalen Daseinsvorsorge und zur Steigerung der Lebensqualität vor Ort bei und stärkt so den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit unserem Know-how unterstützen wir Kommunen bei der Stadtentwicklung – von der Fördermittelberatung und Antragstellung über städtebauliche Konzepte und das Finanzmanagement bis hin zur Bürgerbeteiligung und dem umfassenden Projektmanagement“, erläutert Markus Eichberger, Leiter Unternehmensbereich Stadtentwicklung bei der NHW.
Kassel: Stadtentwicklung trifft Kultur
In Kassel unterstützte die ProjektStadt die Stadt Kassel dabei, die zentrale Veranstaltung zu organisieren. Unter dem Motto „Stadtentwicklung trifft auf Kultur“ standen drei Orte im Fokus, an denen der Quartierswandel besonders sichtbar ist: die Kirche St. Kunigundis, der Hochbunker Agathof und der neu gestaltete Mehrgenerationenpark. Sie alle sind Teil des Städtebauförderprogramms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ und Bausteine einer langfristigen Quartiersentwicklung in Bettenhausen. Auch das Servicecenter Kassel der NHW war mit einem Stand vor Ort, um mit Mieterinnen und Mietern ins Gespräch zu kommen. Das denkmalgeschützte Wohnquartier Kunigundishof rund um die Kirche ist das älteste der NHW in Kassel.
Die Kirche St. Kunigundis verwandelte sich in einen erlebbaren Kulturort: Ein Baugerüst inszenierte die geplanten Veränderungen, etwa die Öffnung als Ausstellungsraum, und diente als Ausstellungs- und Projektionsfläche für verschiedene Kasseler Fördergebiete. Fünf davon – Wehlheiden, Wesertor, Unterneustadt/Bettenhausen, Stadtmitte / Frankfurter Straße / Park Schönfeld und bald auch „Kassel – östlich der Fulda“ – betreut die ProjektStadt im Rahmen von Fördergebiets- bzw. Stadtteilmanagements. Führungen mit Turmbesteigung durch Clemens Exner und Jan Winneknecht von der ProjektStadt sowie ein familienfreundliches Programm ergänzten das Angebot. Der Hochbunker Agathof wird zu einem soziokulturellen Zentrum für Musik, Proben, Workshops und Bühnenveranstaltungen umgebaut. Rundgänge gaben Einblicke in den Umbauprozess und die künftige Nutzung als kultureller Treffpunkt. Der neu gestaltete Mehrgenerationenpark mit Spiel-, Sport-, Boule- und Aufenthaltsbereichen sowie viel Grün verbessert die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum; am TdS lud ein Mitmachprogramm – u.a. „Mitmach-Boule“ – zum Ausprobieren ein. Außerdem wurde im Park im Rahmen der gleichzeitig stattfindenden Kulturtage Bettenhausen ein Kunstprojekt realisiert und ein Musikprogramm dargeboten. Stadtklimarätin Simone Fedderke unterstrich die Bedeutung des TdS: „In Bettenhausen wird anschaulich, was Städtebauförderung leisten kann: Wir schaffen Räume, in denen sich Menschen begegnen, Kultur stattfindet, ergänzt durch qualitätvolle Freiflächen, die zur Klimaanpassung und -resilienz beitragen. Gerade die Verbindung von Kirche, Hochbunker und Mehrgenerationenpark zeigt, wie aus sehr unterschiedlichen Orten ein lebendiges, zukunftsfähiges Quartier entstehen kann.“
Rotenburg an der Fulda: Spatenstich am Fuldaufer
Weiter geht`s am Fuldaufer. Gemeinsam mit Ines Fröhlich (Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum), Bundestagsabgeordnetem Wilhelm Gebhardt, den Landtagsabgeordneten Lena Arnoldt und Karina Fissmann-Renner, Torsten Warnecke, Landrat des Landkreis Hersfeld-Rotenburg sowie Markus Eichberger wurde der nördliche Abschnitt des Ufers in Rotenburg an der Fulda mit einem gemeinsamen Spatenstich offiziell auf den Weg gebracht. Nach der Neugestaltung des Südufers mit Sitzstufen, Wassererlebnisbereich und Kanuanlegestelle folgt nun eine urbanere Umgestaltung des nördlichen Ufers mit einer Treppenanlage zum Wasser. Neben Mitteln der Städtebauförderung fließen Gelder aus dem Programm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ ein. Besucherinnen und Besucher konnten sich über das Projekt informieren und die Baustelle besichtigen. Die ProjektStadt ist seit 2018 mit dem Stadtumbaumanagement betraut. Das Team um Projektleiterin Julia Lindemann ist u.a. für die Fördermittelakquise zuständig und gab Einblicke in laufende und geplante Maßnahmen des Stadtumbaus.
Weitere Veranstaltungen am TdS mit Beteiligung der ProjektStadt:
Südhessen: Mitmachen statt zuschauen in fünf Kommunen
In Lampertheim lud ein Aktionstag mit Bastel-, Sport- und Spielangeboten am neuen Jugendtreffplatz ein. Vorgestellt wurden das Projekt „Aufwertung Freiräume Altrhein“ und weitere Planungen am Altrheindamm. In Neu-Isenburg informierte ein Stand auf dem Wochenmarkt über den Nahversorgungskern im Stadtumbaugebiet, aktuelle Projekte und das Fassaden- und Grünanreizprogramm, ergänzt um Hinweise zu Fairtrade und lokalen Angeboten. In Einhausen standen unter dem Motto „Bald alles unter Dach und Fach“ Baustellenführungen im nahezu fertigen Bürgerhaus-Ersatzneubau im Mittelpunkt, inklusive Erläuterungen zu Nutzungsmöglichkeiten und zur Einbindung ins Fördergebiet „An der Weschnitz – Leben am grün-blauen Band“. Bereits am 25. April fand auf dem historischen Marktplatz in Oestrich eine Bürgerbeteiligung statt: Bürgerinnen und Bürger brachten ihre Ideen zur Gestaltung ein und informierten sich über den Planungsstand; Gastronomie und Spielangebote für Kinder ergänzten das Format. In Kelsterbach gibt es am 13. Juni ein vielfältiges Programm rund um die Klimainsel. Der Rathausplatz wird zur Aktionsfläche mit Mitmachangeboten zu Klima-, Stadt- und Freiraumthemen. Höhepunkt ist die Eröffnung des Mikro-Parks in der Treburer Straße; geführte Rundgänge zeigen dessen Beitrag zur Quartiersaufwertung, Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität. An Infoständen werden aktuelle und geplante Projekte der Klimainsel vorgestellt. Interessierte können mit dem Fördergebietsmanagement ins Gespräch kommen.
Nordhessen: Quartiersfest und Dialogformate
In Bebra fand ein Quartiersfest auf dem Hof der benachbarten Grundschule statt, kombiniert mit Baustellenbesichtigungen des neuen Quartiers- und Familienzentrums und einer Beteiligungsaktion mit dem Spielmobil „Rote Rübe“. Vereine und Institutionen stellten ihre Arbeit vor; Mitmachaktionen und Vorführungen verschiedener Akteure – von Seniorenarbeit und Kitas bis zu Klimaschutz, Mittelalterverein und Tanzgruppen – ergänzten das Programm. In Eschwege wurden laufende Projekte und die Stadtentwicklungsplanung 2026/27 in einer Dialogveranstaltung vorgestellt, mit Fokus auf den im Umbau befindlichen Nikolaiplatz. Der „Stadtraum“ in der Marktstraße öffnete als kostenlos nutzbarer Experimentierraum für kulturelle, künstlerische und wirtschaftliche Konzepte. Zudem informierte die Stadt über ein neues Onlineportal zur Leerstandsvermarktung und knüpfte erste Kontakte mit Eigentümern leerstehender Ladenlokale.
Thüringen: Bürgerdialog, feierliche Einweihung, digitaler Stadtrundgang
In Gera wurde die ProjektStadt frisch als Sanierungsträger beauftragt. Von den NHW-Stadtentwicklern war am 9. Mai Fachbereichsleiter Martin Günther vor Ort, um mit Bewohnerinnen und Bewohnern in den ersten Austausch zu treten. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung von Innenstadt und Stadtteilen sowie zentrale Projekte der Städtebauförderung und die Vorstellung von Citymanagement und ProjektStadt; der Fokus lag auf Information und Dialog, da viele Maßnahmen noch in Vorbereitung sind. In Friedrichroda fand ein digitaler Stadtrundgang statt, bei dem verschiedene Objekte der Städtebauförderung – etwa Stadträume mit hoher Aufenthaltsqualität, Kirche und Umfeld, Kur- und Stadtbibliothek sowie die Quartiersentwicklung Neue Mitte – präsentiert wurden. In Gerstungen, Teil des Sanierungsgebiets Gerstungen/Untersuhl/Marksuhl, wurde der Witzlebener Hof mit einer Ausstellung zu seiner Geschichte und Entwicklung feierlich eingeweiht. Ergänzend wurden erfolgreiche Objekte aus dem Sanierungsgebiet gezeigt und ein Rundgang angeboten.