NHW setzt neue Maßstäbe in der Wärmeversorgung:
Die NHW treibt die Dekarbonisierung im Bestand voran und modernisiert die Wärmeversorgung des Quartiers „Am Michelsee“ mit innovativer Technik und nachhaltigem Konzept. Die Umstellung der Wärmeversorgung der öffentlich geförderten Gebäude von 1977 erfolgt ohne Beeinträchtigung für die Mietenden und erstmals wird dafür eine Groß-Wärmepumpenanlage eingesetzt.
NHW-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer und Offenbachs Bürgermeister Andreas Bruszinsky besichtigten die neue Anlage, die eine innovative Lösung zur Versorgung der neun Wohngebäude zeigt.
„Mit der neuen Groß-Wärmepumpenanlage setzen wir einen wichtigen Meilenstein für die technische Weiterentwicklung der Wärmeversorgung unserer Bestände und sichern damit zugleich eine zukunftsfähige Wärmeversorgung für die Menschen im Quartier ‚Am Michelsee‘, so NHW-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer.
Die bisherige fossil betriebene Wärmeerzeugung des Quartiers „Am Michelsee“ wird durch eine überwiegend regenerativ betriebene Lösung ersetzt. Durch den Energieträgerwechsel wird die 206 Wohnungen umfassende Liegenschaft zukünftig emissionsarm mit Wärme versorgt und es werden jährlich etwa 300 t CO2-Emissionen eingespart. Herzstück ist eine zweistufige Groß-Wärmepumpenanlage, ergänzt durch dezentrale Warmwasser-Wärmepumpen und eine komplett neue Stromversorgung mit eigener Trafostation. Der Wechsel der Energieversorgung erfolgt ohne weitere energetische Sanierung der aus dem Jahr 1977 stammenden Bestandsgebäude und kommt ebenso ohne Bauarbeiten in den Wohnungen aus – die Mieter profitieren von einer modernen und zukunftsfähigen Versorgung, ohne Einschränkungen durch die Umstellung.
Die Herausforderung dabei: wegen des weitestgehend unveränderten Bestands bleibt der Wärmebedarf und das dadurch erforderliche Temperaturniveau der Gesamtanlage, im Vergleich zu einem energetisch optimierten Gebäude, weiterhin auf einem hohen Niveau. Durch den Einsatz der 2-stufigen Großwärmepumpe, die einen Leistungsbedarf von rund 550 kW allein für die Heizungswärme abdeckt, kann das benötigte Leistungs- und Temperaturniveau beibehalten werden. Neben der technisch anspruchsvollen Umsetzung gilt es noch weitere Punkte für eine gelungene Umsetzung zu beachten: auch der Geräuschbelastung der Mieter und der optischen Wahrnehmung im Quartier wurde durch eine attraktiv gestaltete Einhausung mit schallschluckender Holzfassade Rechnung getragen. Insgesamt werden rund 1,8 Mio. Euro brutto für die Erneuerung der Anlage investiert.
Die Nassauische Heimstätte (NHW) zeigt mit diesem neuen Leuchtturmprojekt, wie die Dekarbonisierung im Gebäudesektor auch im großen Maßstab erfolgreich umgesetzt werden kann. Um die Klimaziele im gesamten Wohnungsbestand zu erreichen, gilt ein klarer Kurs: Wo immer möglich, hat die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung Vorrang. Mit diesem erfolgreich umgesetzten Projekt unterstreicht das Unternehmen seine Entschlossenheit und setzt einen neuen Standard für eine nachhaltige Quartiersversorgung.
Es ist ein weiterer Baustein in der strategischen Vorgehensweise der NHW zur klimaneutralen Energieversorgung ihrer Bestände: seit 2016 wurden bereits 324 Wärmepumpen installiert – angefangen bei hybriden Systemen mit fossiler Unterstützung über Einzelanlagen bis hin zu modernen Energiemodulen, die mittlerweile mehrere Gebäude gleichzeitig versorgen.